05.07.2008
Samstag Morgens um 07.00 Uhr fuhren wir von München Richtung Zillertal in Österreich. Ziel ist die Talsperre Schlegeis, eine der schönsten Bungee-Location Europas. Die Talsperre Schlegeis liegt
am Ende des Zillertales in 1800 Meter Höhe. Ursprünglich wollten wir mit zwei Autos fahren, doch es kam anders und so musste mein alter Golf mal wieder allein für den Bungee-Ausflug herhalten.
Nun gut, zu fünft in dem kleinen Karrn, fuhren wir los. Die österreichische Grenze war schnell erreicht, hinter Grenze getankt und schon waren wir im Zillertal. Die Stimmung war bombastisch,
hatten wir doch einen gigantischen Bungee-Sprung vor uns. Durch den Ort Mayrhofen und schon ging es bergauf. Anfangs war die Straße noch wunderbar ausgebaut, aber je höher wir kamen, desto enger
wurde sie. Die Alpenstraße beginnt in 1000 Meter Höhe und schlängelt sich 13 Kilometer auf 1800 Meter. Ab der Mautstation "Breitlahner" ist die Alpenstraße einspurig und ampelgeregelt. Allein
schon die Fahrt hinauf war ein kleines Abenteuer.
Als dann die Schlegeis-Talsperre sich plötzlich vor uns auftürmte, wurde es schlagartig ruhig im Auto. Dieses gigantische Bauwerk raubte jeden von uns den Atem. Aber auch das wunderbare Panorama
trieb unsere Stimmung in ungeahnte Höhen. Den Wagen schnell am Parkplatz abgestellt und schon waren wir unterwegs zum Bungee-Set. Da noch einige Springer vor uns waren, konnten wir uns Zeit
lassen und die Aussicht genießen. Aber je länger wir warteten, desto mulmiger wurde es uns allen. 160 Meter in Tiefe springen- das hat schon was. Nun war es soweit, wir unterschrieben die
Anmeldung, wurden das erste Mal gewogen und schon warteten wir auf das Ankleiden des Bungee-Geschirrs. Die Stimmung am Bungee-Set war echt spitze und aus den Boxen lief kultiger Sound. Bei
unseren vorherigen Bungee-Sprüngen war ich immer der erste Springer, doch diesmal sollte und wollte ich als Letzter springen. Als erster war Olli, mein langjähriger Freund und Bungee-Kollege
dran. Es wurden immer drei Springer in die Bungee-Gondel eingeladen. Basti und ich sollten in der nächsten Gruppe springen. Der erste Springer der Gruppe musste sich vorne an der Gondel
positionieren und bekam das Bungee-Seil gleich an die Füße „montiert". Der Kran hob die Bungee-Gondel in die Höhe und schwenkte in Richtung Abgrund. Allein der Moment, als die Gondel über den
Rand der Staumauer schwenkte und die monströse Tiefe sich vor einem aufmachte, ließ einem das Blut in den Adern gefrieren. Jeder Springer wurde mit einem lauten „5-4-3-2-1-Bungee"
runtergezählt, was den Absprung schon erleichterte. Sobald der erste Springer sich aus der Gondel verabschiedete und ausgependelt hatte, wurde die Bungee-Gondel vom Kran hinab zum Fuße der
Staumauer gefahren. Dort bekam der nächste Bungee-Springer nach dem obligatorischen zweiten Wiegen das Bungee-Seil angelegt und schon ging es wieder rauf.
Das doppelte Wiegen dient zum Einstellen des Bungee-Seils. Es gibt zwei
Seil-Arten, eines für die leichteren Personen und eins für die Springer, die schwerer als 80 Kg sind. Nun wieder zum Olli! Der Moderator fing an zum runterzählen und alle Zuschauer machten mit.
„5-4-3-2-1-Bungee" - und schon sprang er. Die Haltung war super und man konnte erkennen, welchen Spaß er dabei hatte.
Um nicht die ganze Zeit kopfüber zu hängen, zog Olli sich gleich nach
dem zweiten Rebound am Bungee-Seil hinauf und setzte sich, das Seil zwischen den Beinen in die Hocke. Der nächste Springer Basti, winkte sogar vor dem Sprung den Zuschauern zu, wohlgemerkt, von
einer wackligen Gondel aus in 160 Meter Höhe. So was nenn ich mal eine coole Respektlosigkeit. Auch er sprang, nachdem er runtergezählt wurde, als ob es kein Morgen mehr geben würde. Recht so!
Nun war ich dran. Irgendwie war mir schon sehr flau im Magen, aber ich wollte
springen und dieses Mal rückwärts. Am Fuße der Schlegeis-Sperre wurde mir das Bungee angelegt und schon ging es in die Höhe. Auf dem Weg nach oben, ratschte ich mit den Bungee-Guys über vorherige
Sprünge, denn eine Einweisung war nicht notwendig. Nachdem die Gondel ausgerichtet war, begann der Moderator des Bungee-Teams auch mich anzuzählen. „5-4-3-2-1- Bungee" und los ging es. Mit einem
kräftigen Schwung sprang ich rückwärts aus der Gondel. Des Geniale beim Rückwärtsspringen ist, dass man erst mal gar nichts sieht und sich einfach aus der Bungee-Gondel ins Leere wirft. Nachdem
ich eine halbe Drehung machte, sah ich dann den Abgrund auf mich zu rauschen. Der Sprung dauerte ewig - so kam es mir aus jeden Fall vor- und die heftige Geschwindigkeit des Sturzfluges treib mir
Tränen die Augen. Der Boden kam immer näher, doch ich fiel und fiel. Dann kam endlich das befreiende sanfte Abbremsen des Bungee-Seils. Es wurde immer langsamer und dann ging es wieder in die
Höhe. Ich schätze, dass es locker 100 Meter waren, was das Bungee-Seil mich wieder in die Höhe katapultierte.
Wenn der Schwung des Bungee-Seils nachlässt und die Erdanziehung wieder greift, in diesem Augenblick erlebt man für einen Bruchteil von einer Sekunde absolute Schwerelosigkeit. Es ist zwar nur ein sehr kurzer Augenblick, aber der brennt sich für ewig in das Gedächtnis. Auch jetzt, ein paar Monate nach dem Sprung ist der Moment noch allgegenwärtig und ich bekomme wieder schweißnasse Hände vor Aufregung. Auch ich setzte mich beim zweiten Rebound in das Bungee-Seil um nicht die ganze Zeit kopfüber zu hängen. Das sehen zwar die Jungs vom Bungee-Teams nicht so gern, besonders der Kranfahrer- der ja seine Last, also mich, nicht sieht wenn er mich zu Boden lässt, aber was soll's. Mit einem ordentlichen Adrenalin-Kick und einem megabreiten Grinsen kam ich oben wieder an. Wir tranken noch etwas, quatschten mit dem Bungee-Team von Rupert Hirner und begaben uns anschließend zu unserem Auto um wieder Richtung München zu fahren. Die Heimfahrt war ultraspaßig und jeder von uns war aufgedreht. Nach ca. 3 Std kamen wir zuhause an um uns sofort das selbstgedrehte Video von unseren Sprüngen anzusehen. So ließen wir diesen tollen Tag nochmal Revue passieren und freuen uns jetzt schon wieder auf das nächste Abenteuer.
Viele Grüße Robert
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Sprungtickets haben wir uns vorab im Inet bestellt. Voller Vorfreude
fahren wir Richtung Innsbruck/Brenner zur Europabrücke. Dann ist es soweit: Wir überqueren unsere Brücke. Blinker raus und ab auf den Parkplatz. An der Anmeldung erfahren wir, dass wir noch
gut
schon
auf dem Weg zum Bungyset an, denn wir gehen auf der Brücke neben dem Reiseverkehr. Die Aussicht ist grandios. Das Bungy-Absprunggerüst befindet sich unterhalb der Brücke und zur Sicherheit
klinken wir uns in eine Absturzsicherung ein. Die letzten Meter runter zum Bungy-Absprung überwinden wir auf einer Leiter mit zittrigen Knien, macht sich doch direkt unter uns ein 192 Meter
tiefer Abgrund auf. Unten angekommen können wir uns etwas entspannen, da noch paar Springer vor uns sind. Der Ausblick von hier ist überwältigend mit den Alpen um uns rum
und der Blick nach unten bewirkt ein grobes Prickeln im Körper. Basti und
ich bekommen die Fußschlaufen umgelegt. Die Aufregung steigt. Als Erster ist Basti dran. Die Bungy-Guides postieren ihn zum Absprung, legen ihm das Bungee an. Das Bungyseil ist ziemlich lang und
wird von einem der Jungs gehalten, damit es nicht so extrem an den Füßen des Springers zieht. Nun wird Basti entsichert. Man kann sehen, dass er mit seinem inneren Schweinehund kämpft. Die Jungs
fangen zum Runterzählen an: „5, 4, 3, 2, 1- Bungy". Basti zögert einen Moment, dann stößt er sich ab.
Der Anblick des tiefen Falles lässt mir die Adern gefrieren. Seinen Rebound meistert er super und langsam pendelt er aus. Da man auf der Europabrücke mit
einer Winde wieder nach oben gezogen wird, muss Basti ein meiner leuchtendem Boje versehenen Hilfsseil einfangen und mit einem Karabiner an seinem Bungygurt befestigen. Sobald das erledigt ist,
wird die Winde aktiviert und Basti nach oben befördert. Nun bin ich dran. Jetzt macht sich richtig Panik breit. Ein echt ein extremes Gefühl. Einerseits möchte ich unbedingt springen, aber mein
Verstand sagt
nein und lässt mich das auch spüren. Der
Autobahnverkehr der permanent über uns hinweg donnert macht die Sache auch nicht angenehmer. Die Bungyguys am Exit rufen mich zu sich. Das Bungyseil wird an meine Schlaufen befestigt und ich
spüre den leichten Zug des Seils. Jetzt so schnell wie möglich den Sprung hinter mich bringen, die Knie fangen an zu zittern. Ein letzter Check und meine Sicherung wird gelöst. „5, 4, 3, 2, 1 -
Bungy". Ich gehe leicht in Knie und stoße mich mit Schwung ab. Körper gestreckt, Arme gespreizt und Kopf im Nacken. Der Fall ist unglaublich und will gar nicht mehr aufhören. Es macht wieder
Spaß, vorbei ist die Angst vor dem Absprung - einfach nur noch Spaß. Nach einer schier endlosen Zeit setzt sanft der Rebound ein. Es geht wieder aufwärts. Der kurze Zeitpunkt von Schwerelosigkeit
beim Umkehrschwung, ist bei jedem Sprung für mich das Größte. Einfach kurz in der Luft verharren, dass kann
man nicht erklären - das muss man erleben. Auch ich pendle langsam aus
und warte, dass mir das Windenseil zugebracht wird. Die Sonne steht mittlerweile sehr tief und blendet mich heftig. Mit zusammengekniffenen Augen erwische ich das Seil und befestige es an meinem
Sprunggurt.
uns auf den
Rückweg zum Parkplatz. Nach einer kleine Zigarettenpause und einem kleinem Snack, sitzen wir wieder happy im Auto Richtung nach München. Ein geiles Erlebnis, welches sicher wiederholt wird.
Eisenbahnbrücke war der Hit. Mit einem Schlag fiel die
Anspannung von mir und ich war einfach nur glücklich. Nach dem Auspendeln, wurde ich von einem Mitarbeiter des Bungy-Teams in ein Schlauchboot aufgenommen. Vorher jedoch kam die „Taufe" - einmal
schön in die Drau eintauchen lassen. Nun war Basti dran. Für ihn war es der erste höhere Sprung als 60 Meter.
Als letzter war Olli dran. Olli und ich springen schon lange zusammen und haben schon viel Spaß erlebt.
Was für eine Beruhigung, denn der 130 Meter Kran war schon sehr angsteinflößend. Nun stehe
ich am Bungee-Set und möchte mich anmelden. Die nette Dame, die meine Anmeldung entgegennimmt fragt mich welche Höhe ich springen will 50 oder 130 Meter. Wie, denke ich- eigentlich dürfte ich doch
nur den 50er machen, aber an diesem Tag ist alles anders. Ich kann frei entscheiden welche Höhe ich nehme. Mein Puls geht immer schneller und die Antwort war schon ausgesprochen bevor ich überhaupt
nachgedacht habe. Ich nehme die 130 Meter und unterschrieb die Verzichtserklärung. Die Sprunggebühr von DM 250,- gezahlt, auf die Waage und nun heißt es warten bis ich dran bin. Es sind noch vier
Springer vor mir. Mein Hirn rotiert, was mach ich hier eigentlich? Ich könnte schön zuhause auf der Couch liegen, nein, ich muss hier springen. Nur noch zwei Springer vor mir und meine Hände sind
vor Aufregung schon klitschnass.
Der Bungee-Instructor ruft mich zu sich, ich steige
auf ein Podest und mir werden die Fußschlaufen angelegt. Nun noch in ein Sprunggeschirr geschlüpft, ein letztes Mal wiegen und schon ist es soweit. Ich würde so gern noch eine Zigarette rauchen,
aber dafür ist keine Zeit mehr. Der Kran ist schon auf den Weg nach unten um mich aufzunehmen. Gott sei Dank hat ein Freund sich bereit erklärt, mich in der Bungee-Gondel als Zuschauer zu
begleiten. Nun stehe ich vor der Gondel, der Instructor erklärt mir wohin ich mich stellen soll, nämlich ganz vorne an den Rand. Mein Puls rast und ich bin immer noch am Boden.
Mir kommt es vor, dass ich ewig falle und ungebremst ins Wasser eintauche. Schon bin ich im
Wasser bis zum Bauch. Natürlich habe ich die Augen nicht geschlossen. Ein kurzer Augenblick im Wasser und schon werde ich wieder in die Höhe katapultiert. Der Rebound bringt mich locker noch mal
auf 80 Meter Höhe.
Für einen Bruchteil von einer Sekunde bin ich schwerelos, dann
geht es wieder mit einen Affentempo abwärts. Nun ist es geschafft, ich pendele noch etwas aus während der Kran mich ans Ufer schwenkt. Heil am Boden wieder angekommen, kann ich es immer noch
nicht fassen was ich gerade getan habe. Mein Kopf ist knallrot und meine Klamotten bis zur Hüfte klatschnass.