Saturday, 7. march 2009 6 07 /03 /März /2009 14:14

05.07.2008

Samstag Morgens um 07.00 Uhr fuhren wir von München Richtung Zillertal in Österreich. Ziel ist die Talsperre Schlegeis, eine der schönsten Bungee-Location Europas. Die Talsperre Schlegeis liegt am Ende des Zillertales in 1800 Meter Höhe. Ursprünglich wollten wir mit zwei Autos fahren, doch es kam anders und so musste mein alter Golf mal wieder allein für den Bungee-Ausflug herhalten. Nun gut, zu fünft in dem kleinen Karrn, fuhren wir los. Die österreichische Grenze war schnell erreicht, hinter Grenze getankt und schon waren wir im Zillertal. Die Stimmung war bombastisch, hatten wir doch einen gigantischen Bungee-Sprung vor uns. Durch den Ort Mayrhofen und schon ging es bergauf. Anfangs war die Straße noch wunderbar ausgebaut, aber je höher wir kamen, desto enger wurde sie. Die Alpenstraße beginnt in 1000 Meter Höhe und schlängelt sich 13 Kilometer auf 1800 Meter. Ab der Mautstation "Breitlahner" ist die Alpenstraße einspurig und ampelgeregelt. Allein schon die Fahrt hinauf war ein kleines Abenteuer.

Als dann die Schlegeis-Talsperre sich plötzlich vor uns auftürmte, wurde es schlagartig ruhig im Auto. Dieses gigantische Bauwerk raubte jeden von uns den Atem. Aber auch das wunderbare Panorama trieb unsere Stimmung in ungeahnte Höhen. Den Wagen schnell am Parkplatz abgestellt und schon waren wir unterwegs zum Bungee-Set. Da noch einige Springer vor uns waren, konnten wir uns Zeit lassen und die Aussicht genießen. Aber je länger wir warteten, desto mulmiger wurde es uns allen. 160 Meter in Tiefe springen- das hat schon was. Nun war es soweit, wir unterschrieben die Anmeldung, wurden das erste Mal gewogen und schon warteten wir auf das Ankleiden des Bungee-Geschirrs. Die Stimmung am Bungee-Set war echt spitze und aus den Boxen lief kultiger Sound. Bei unseren vorherigen Bungee-Sprüngen war ich immer der erste Springer, doch diesmal sollte und wollte ich als Letzter springen. Als erster war Olli, mein langjähriger Freund und Bungee-Kollege dran. Es wurden immer drei Springer in die Bungee-Gondel eingeladen. Basti und ich sollten in der nächsten Gruppe springen. Der erste Springer der Gruppe musste sich vorne an der Gondel positionieren und bekam das Bungee-Seil gleich an die Füße „montiert". Der Kran hob die Bungee-Gondel in die Höhe und schwenkte in Richtung Abgrund. Allein der Moment, als die Gondel über den Rand der Staumauer  schwenkte und die monströse Tiefe sich vor einem aufmachte, ließ einem das Blut in den Adern gefrieren. Jeder Springer wurde mit einem lauten „5-4-3-2-1-Bungee" runtergezählt, was den Absprung schon erleichterte. Sobald der erste Springer sich aus der Gondel verabschiedete und ausgependelt hatte, wurde die Bungee-Gondel vom Kran hinab zum Fuße der Staumauer gefahren. Dort bekam der nächste Bungee-Springer nach dem obligatorischen zweiten Wiegen das Bungee-Seil angelegt und schon ging es wieder rauf.

Das doppelte Wiegen dient zum Einstellen des Bungee-Seils. Es gibt zwei Seil-Arten, eines für die leichteren Personen und eins für die Springer, die schwerer als 80 Kg sind. Nun wieder zum Olli! Der Moderator fing an zum runterzählen und alle Zuschauer machten mit. „5-4-3-2-1-Bungee" - und schon sprang er. Die Haltung war super und man konnte erkennen, welchen Spaß er dabei hatte.

Um nicht die ganze Zeit kopfüber zu hängen, zog Olli sich gleich nach dem zweiten Rebound am Bungee-Seil hinauf und setzte sich, das Seil zwischen den Beinen in die Hocke. Der nächste Springer Basti, winkte sogar vor dem Sprung den Zuschauern zu, wohlgemerkt, von einer wackligen Gondel aus in 160 Meter Höhe. So was nenn ich mal eine coole Respektlosigkeit. Auch er sprang, nachdem er runtergezählt wurde, als ob es kein Morgen mehr geben würde. Recht so! Nun war ich dran. Irgendwie war mir schon sehr flau im Magen, aber ich wollte springen und dieses Mal rückwärts. Am Fuße der Schlegeis-Sperre wurde mir das Bungee angelegt und schon ging es in die Höhe. Auf dem Weg nach oben, ratschte ich mit den Bungee-Guys über vorherige Sprünge, denn eine Einweisung war nicht notwendig. Nachdem die Gondel ausgerichtet war, begann der Moderator des Bungee-Teams auch mich anzuzählen. „5-4-3-2-1- Bungee" und los ging es. Mit einem kräftigen Schwung sprang ich rückwärts aus der Gondel. Des Geniale beim Rückwärtsspringen ist, dass man erst mal gar nichts sieht und sich einfach aus der Bungee-Gondel ins Leere wirft. Nachdem ich eine halbe Drehung machte, sah ich dann den Abgrund auf mich zu rauschen. Der Sprung dauerte ewig - so kam es mir aus jeden Fall vor- und die heftige Geschwindigkeit des Sturzfluges treib mir Tränen die Augen. Der Boden kam immer näher, doch ich fiel und fiel. Dann kam endlich das befreiende sanfte Abbremsen des Bungee-Seils. Es wurde immer langsamer und dann ging es wieder in die Höhe. Ich schätze, dass es locker 100 Meter waren, was das Bungee-Seil mich wieder in die Höhe katapultierte.

Wenn der Schwung des Bungee-Seils nachlässt und die Erdanziehung wieder greift, in diesem Augenblick erlebt man für einen Bruchteil von einer Sekunde absolute Schwerelosigkeit. Es ist zwar nur ein sehr kurzer Augenblick, aber der brennt sich für ewig in das Gedächtnis. Auch jetzt, ein paar Monate nach dem Sprung ist der Moment noch allgegenwärtig und ich bekomme wieder schweißnasse Hände vor Aufregung. Auch ich setzte mich beim zweiten Rebound in das Bungee-Seil um nicht die ganze Zeit kopfüber zu hängen. Das sehen zwar die Jungs vom Bungee-Teams nicht so gern, besonders der Kranfahrer- der ja seine Last, also mich, nicht sieht wenn er mich zu Boden lässt, aber was soll's. Mit einem ordentlichen Adrenalin-Kick und einem megabreiten Grinsen kam ich oben wieder an. Wir tranken noch etwas, quatschten mit dem Bungee-Team von Rupert Hirner und begaben uns anschließend zu unserem Auto um wieder Richtung München zu fahren. Die Heimfahrt war ultraspaßig und jeder von uns war aufgedreht. Nach ca. 3 Std kamen wir zuhause an um uns sofort das selbstgedrehte Video von unseren Sprüngen anzusehen. So ließen wir diesen tollen Tag nochmal Revue passieren und freuen uns jetzt schon wieder auf das nächste Abenteuer.


Viele Grüße Robert





von Wolpertinger - veröffentlicht in: Bungee-Erlebnisse
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Friday, 20. february 2009 5 20 /02 /Feb. /2009 16:24


Samstag, 19.05.2007. Heute fängt die Sprungsaison 2007 auf der Europabrücke /Innsbruck an. Die lange Wartezeit durch die Winterpause hat endlich sein Ende. Sprungteufel-Time!

Heute wollen wir es endlich wissen, denn neue Sprunghöhen werden in Angriff genommen - 192 Meter! Bis auf meinem 400 Meter Helicopter-Bungeejump 1998, war meine größte Absprunghöhe 130 Meter. Freund und Mitspringer Basti bezwang bisher 96 Meter. Für uns beide, eine Herausforderung. Das Wetter ist „standesgemäß" spitze und schon morgens scheint die Sonne. Auf der Autobahn so gut wie kein Verkehr und die Grenze Deutschland/Österreich schnell erreicht. Wir sollten um 14.00 Uhr auf der Brücke sein, denn die Sprungtickets haben wir uns vorab im Inet bestellt. Voller Vorfreude fahren wir Richtung Innsbruck/Brenner zur Europabrücke. Dann ist es soweit: Wir überqueren unsere Brücke. Blinker raus und ab auf den Parkplatz. An der Anmeldung erfahren wir, dass wir noch gut

zwei Stunden warten müssten, da sehr viele Springer sich heute die 192 Meter Adrenalin geben möchten. Kein Problem, sehen wir uns halt ein paar Bungysprünge an. Dann ist es soweit, wir werden zum Ankleiden des Sprunggeschirrs gerufen. Der Thrill fängt schon auf dem Weg zum Bungyset an, denn wir gehen auf der Brücke neben dem Reiseverkehr. Die Aussicht ist grandios. Das Bungy-Absprunggerüst befindet sich unterhalb der Brücke und zur Sicherheit klinken wir uns in eine Absturzsicherung ein. Die letzten Meter runter zum Bungy-Absprung überwinden wir auf einer Leiter mit zittrigen Knien, macht sich doch direkt unter uns ein 192 Meter tiefer Abgrund auf. Unten angekommen können wir uns etwas entspannen, da noch paar Springer vor uns sind. Der Ausblick von hier ist überwältigend mit den Alpen um uns rum und der Blick nach unten bewirkt ein grobes Prickeln im Körper. Basti und ich bekommen die Fußschlaufen umgelegt. Die Aufregung steigt. Als Erster ist Basti dran. Die Bungy-Guides postieren ihn zum Absprung, legen ihm das Bungee an. Das Bungyseil ist ziemlich lang und wird von einem der Jungs gehalten, damit es nicht so extrem an den Füßen des Springers zieht. Nun wird Basti entsichert. Man kann sehen, dass er mit seinem inneren Schweinehund kämpft. Die Jungs fangen zum Runterzählen an: „5, 4, 3, 2, 1- Bungy". Basti zögert einen Moment, dann stößt er sich ab. Der Anblick des tiefen Falles lässt mir die Adern gefrieren. Seinen Rebound meistert er super und langsam pendelt er aus. Da man auf der Europabrücke mit einer Winde wieder nach oben gezogen wird, muss Basti ein meiner leuchtendem Boje versehenen Hilfsseil einfangen und mit einem Karabiner an seinem Bungygurt befestigen. Sobald das erledigt ist, wird die Winde aktiviert und Basti nach oben befördert. Nun bin ich dran. Jetzt macht sich richtig Panik breit. Ein echt ein extremes Gefühl. Einerseits möchte ich unbedingt springen, aber mein Verstand sagt   nein und lässt mich das auch spüren. Der Autobahnverkehr der permanent über uns hinweg donnert macht die Sache auch nicht angenehmer. Die Bungyguys am Exit rufen mich zu sich. Das Bungyseil wird an meine Schlaufen befestigt und ich spüre den leichten Zug des Seils. Jetzt so schnell wie möglich den Sprung hinter mich bringen, die Knie fangen an zu zittern. Ein letzter Check und meine Sicherung wird gelöst. „5, 4, 3, 2, 1 - Bungy". Ich gehe leicht in Knie und stoße mich mit Schwung ab. Körper gestreckt, Arme gespreizt und Kopf im Nacken. Der Fall ist unglaublich und will gar nicht mehr aufhören. Es macht wieder Spaß, vorbei ist die Angst vor dem Absprung - einfach nur noch Spaß. Nach einer schier endlosen Zeit setzt sanft der Rebound ein. Es geht wieder aufwärts. Der kurze Zeitpunkt von Schwerelosigkeit beim Umkehrschwung, ist bei jedem Sprung für mich das Größte. Einfach kurz in der Luft verharren, dass kann  man nicht erklären - das muss man erleben. Auch ich pendle langsam aus und warte, dass mir das Windenseil zugebracht wird. Die Sonne steht mittlerweile sehr tief und blendet mich heftig. Mit zusammengekniffenen Augen erwische ich das Seil und befestige es an meinem Sprunggurt.
Mit ausbreitenden Armen signalisiere ich dem Bungyteam, dass das Windenseil sicher befestigt ist., Die Winde fängt an zu surren und befördert mich langsam noch oben. Während ich nach oben gezogen werde, kann ich noch mal den ganzen Sprung in Ruhe Revue passieren lassen und den tollen Ausblick genießen. Oben werde ich mit einem breiten Grinsen vom Basti erwartet. Wir haben es wieder geschafft! Wir verabschieden uns vom Team und machen uns auf den Rückweg zum Parkplatz. Nach einer kleine Zigarettenpause und einem kleinem Snack, sitzen wir wieder happy im Auto Richtung nach München. Ein geiles Erlebnis, welches sicher wiederholt wird.


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Wednesday, 4. february 2009 3 04 /02 /Feb. /2009 17:37


Treffpunkt war samstags um sieben Uhr bei mir zuhause und schon ging es los auf die Autobahn A8 Richtung Österreich. Mit dabei waren zwei langjährige Freunde und meine Freundin. Die Stimmung war echt bombig, haben wir uns doch alle auf den großen Bungy-Tag gefreut. Bisher waren wir „nur" in Deutschland unterwegs beim Springen. Doch die ganze Kranhupferei ist auf die Dauer doch etwas langweilig und darum mussten neue Ziele her. Ausgiebige Recherche im Inet hat einige Locations ausgeworfen, die einen Besuch wert sind. In die engere Wahl kamen die Europabrücke -192 Meter - und die Jauntalbrücke - 96 Meter -. Da wir mit dem kleineren „Übel" anfangen wollten, fiel die Entscheidung auf die schöne Jauntalbrücke in Kärnten. Bis nach Österreich lief alles wie geschmiert und rechneten schon mit einer Ankunft zur Mittagszeit. Dann aber vor dem Tauerntunnel ging plötzlich gar nichts mehr. Kilometerlanger Stau und kein Ende in Sicht. Wir hatten gute Musik und ebensolche Laune dabei, darum machte uns die Warterei anfangs nicht so viel aus. Der Stau dauerte aber über vier Stunden und es war schon Nachmittag, als wir endlich durch diesen dämlichen Tauerntunnel fahren konnten. Die restlichen 200 Kilometer hatten wir fast freie Fahrt und die ersehnte Autobahnausfahrt Griffen schnell erreicht.

Eine kurze Fahrt über die Landstraße und schon ging es rechts ab auf den Parkplatz der Jauntal-Brücke. Die alte Eisenbahnbrücke das erste Mail live zu sehen, war überwältigend. Jeder von uns hatte schweißnasse Hände vor Aufregung, im Internet sah die Brücke nicht so hoch und imposant aus. Aber was soll's, wir wollten es so!!

Schnell zur Anmeldung, zahlen, wiegen und los auf die Brücke. Auf dem Weg zur Brücke sahen wir einen Bungy-Springer beim Jump. Cool, das machen wir auch gleich. Auf der Brücke wurden recht herzlich von Gerhard und seinem Bungy-Team begrüßt und auch gleich eingewiesen. Das Sprunggeschirr angelegt und der erste Springer sollte auf das Sprungpodest steigen, das leicht an eine Schiffplanke erinnerte auf deren die Seeleute früher von Bord gejagt wurden. Ich war der erste Springer und konnte es kaum erwarten in die Tiefe zu stürzen.

Die Aussicht war grandios, das Jauntal und die Drau lagen einem friedlich zu Füßen. Da es schon spätnachmittags war, schien die Sonne rötlich in das Tal. Es wurde nochmals alles überprüft und die Sicherheitsleine entfernt. Chef Gerhard zählte mich mit seinem Team an: „Drei, zwei, eins - jump", ich drückte mich fest ab und sprang in die Tiefe. Der Wind pfiff mir um die Ohren und ich schrei meine Begeisterung raus. Nach ein paar Sekunden kam der Rebound und der Spaß ging aufwärts. Leider hatte die Drau Niedrigwasser und so war kein Dive-In möglich. Machte aber nichts, denn der Sprung an sich von der 96 Meter hohen Eisenbahnbrücke war der Hit. Mit einem Schlag fiel die Anspannung von mir und ich war einfach nur glücklich. Nach dem Auspendeln, wurde ich von einem Mitarbeiter des Bungy-Teams in ein Schlauchboot aufgenommen. Vorher jedoch kam die „Taufe" - einmal schön in die Drau eintauchen lassen. Nun war Basti dran. Für ihn war es der erste höhere Sprung als 60 Meter.

Er wurde ebenfalls runtergezählt, war aber schon vor dem „jump" weg. Er ließ sich fallen und stürzte mit einem lauten Schrei ebenfalls in die Tiefe. Man konnte es regelrecht hören, dass ihm der Bungy-Sprung gefiel. Basti wurde auch von dem Mann mit dem Schlauchboot „abgeholt", nur leider nicht getaucht. Schade! Als letzter war Olli dran. Olli und ich springen schon lange zusammen und haben schon viel Spaß erlebt.
„Drei, zwei, eins- jump" - er zögert etwas, geht leicht in die Knie und springt ab. Der Bungy-Sprung war herrlich, besonders seine Haltung. Diesen Sprung nennen wir seitdem den „Lallinger" und muss unbedingt mal probiert werden. Den Rebound noch gut gemeistert und schon war das „Landungs-Schlauchboot" zu ihm unterwegs.

Ollis Taufe war intensiver, dafür umso spaßiger. Aufgedreht und immer noch voller Adrenalin, stand uns jetzt noch eine kleine Herausfordung bevor: Der Aufstieg zum Parkplatz. Ein kleiner aber steiler Waldweg führte zum Ausgangspunkt. Wir Raucher hatten hier einen Riesenspaß. Oben angekommen, tranken wir am Bungystüberl was und unterhielten uns mit dem Bungy-Team. Da es schon 18 Uhr war und wir den Rückweg von knapp 400 Kilometer vor uns hatten, verabschiedeten wir uns und fuhren Richtung Autobahn. An der Anfahrt zur Autobahn machten wir Rast am Gasthof Mochoritsch- ein echter Geheimtipp!! Das Essen ist preiswert, reichlich und gut. Gestärkt und bester Laune ging wieder nach München - diesmal ohne Stau.

 Hier unsere grandiosen Sprünge:


Willi


Basti


Olli









von Wolpertinger - veröffentlicht in: Bungee-Erlebnisse
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Monday, 2. february 2009 1 02 /02 /Feb. /2009 18:09



Oberschleißheim bei München
Es ist der 01.Mai 1995 und endlich ist es soweit. Seit Monaten juckt es mich in den Fingern endlich mal einen Bungee-Sprung zu wagen. Mir ist etwas flau im Magen, ich bin mit Freunden um die Häuser gezogen, Verstärkt wurde das flaue Gefühl durch den Anblick der beiden gigantischen Kräne, die man schon bei der Anfahrt sieht. Zuerst dachte ich: "Naja, so hoch ist es auch wieder nicht" Denkste, denn je näher ich den Ungetümen kam, desto höher wurden sie. Gerüchten zufolge sollte man zuerst einen 50mtr Sprung absolvieren, erst dann können andere Höhen gesprungen werden. Was für eine Beruhigung, denn der 130 Meter Kran war schon sehr angsteinflößend. Nun stehe ich am Bungee-Set und möchte mich anmelden. Die nette Dame, die meine Anmeldung entgegennimmt fragt mich welche Höhe ich springen will 50 oder 130 Meter. Wie, denke ich- eigentlich dürfte ich doch nur den 50er machen, aber an diesem Tag ist alles anders. Ich kann frei entscheiden welche Höhe ich nehme. Mein Puls geht immer schneller und die Antwort war schon ausgesprochen bevor ich überhaupt nachgedacht habe. Ich nehme die 130 Meter und unterschrieb die Verzichtserklärung. Die Sprunggebühr von DM 250,- gezahlt, auf die Waage und nun heißt es warten bis ich dran bin. Es sind noch vier Springer vor mir. Mein Hirn rotiert, was mach ich hier eigentlich? Ich könnte schön zuhause auf der Couch liegen, nein, ich muss hier springen. Nur noch zwei Springer vor mir und meine Hände sind vor Aufregung schon klitschnass. Der Bungee-Instructor ruft mich zu sich, ich steige auf ein Podest und mir werden die Fußschlaufen angelegt. Nun noch in ein Sprunggeschirr geschlüpft, ein letztes Mal wiegen und schon ist es soweit. Ich würde so gern noch eine Zigarette rauchen, aber dafür ist keine Zeit mehr. Der Kran ist schon auf den Weg nach unten um mich aufzunehmen. Gott sei Dank hat ein Freund sich bereit erklärt, mich in der Bungee-Gondel als Zuschauer zu begleiten. Nun stehe ich vor der Gondel, der Instructor erklärt mir wohin ich mich stellen soll, nämlich ganz vorne an den Rand. Mein Puls rast und ich bin immer noch am Boden.


Wie wird es denn erst werden, wenn die Gondel abhebt und es keinen Weg zurück mehr gibt, als runterspringen. Ich stehe also in der Gondel ganz vorn, das Bungee wird an meine Fußschlaufen befestigt, der Kameramann geht in Position und schon geht es los. 

Der Bungee-Instructor gibt dem Kranfahrer ein Zeichen und die Gondel hebt leicht wackelnd ab. Dieses Gefühl werde ich nie vergessen. Scheiße, rufe ich! Was habe ich nur getan, dass ich hier diesen Wahnsinn mitmache. Das Bungee zieht heftig an meinen Füßen, ich fange zum schwitzen an. Während der Fahrt nach oben fragt mich der Bungee-Instructor, ob ich schon mal einen Sprung gemacht hätte. Ich verneine während ich mich mit weißen Knöcheln an der Bungee-Gondel festkralle. Der Bungee-Instructor lacht auf und meint:" Das kommt deftig, aber wenn schon dann gescheit". Toll, das macht mir Mut, vielen Dank aber auch. Wir sind mittlerweile auf ca. 50 Meter Höhe und ich bekomme die letzten Instruktionen. Wenn wir oben sind soll ich mich ganz an die Kante der Gondel stellen, der Bungee-Instructor geht hinter mich und entsichert mich. Füße zusammen, Brust raus, Körper unter Spannung und Arme ausbreiten. So wie das Mädchen auf dem 50 Meter-Kran, an dem wir gerade vorbeifahren, nur dass ich aus 130 Meter springe. Super, wieder ein kleiner Trost!! Oben angekommen, drehen wir uns in die richtige Position. Mir schnürt es den Hals zusammen und ich bringe nur ein: „Was für eine geile Optik" raus. Die Aussicht ist grandios! Die Sicherung wird gelöst und der Bungee-Instructor erinnert mich, wenn das Wasser kommt soll ich die Augen schließen - ich habe mit Dive-In gebucht. Es ist soweit, ich kann springen oder einfach fallen lassen. Die Menschen am Boden sehen wie Ameisen aus, denke ich mir noch, der nächste Gedanke war: „einfach springen, dann hab ich es hinter mir"  Mit einem lauten Geschrei stürze ich mich in die Tiefe. Der Wind rauscht an mir vorbei, Tränen drückt es mir aus den Augen. Mir kommt es vor, dass ich ewig falle und ungebremst ins Wasser eintauche. Schon bin ich im Wasser bis zum Bauch. Natürlich habe ich die Augen nicht geschlossen. Ein kurzer Augenblick im Wasser und schon werde ich wieder in die Höhe katapultiert. Der Rebound bringt mich locker noch mal auf 80 Meter Höhe.

     Für einen Bruchteil von einer Sekunde bin ich schwerelos, dann geht es wieder mit einen Affentempo abwärts. Nun ist es geschafft, ich pendele noch etwas aus während der Kran mich ans Ufer schwenkt. Heil am Boden wieder angekommen, kann ich es immer noch nicht fassen was ich gerade getan habe. Mein Kopf ist knallrot und meine Klamotten bis zur Hüfte klatschnass.


Mit wackligen Beinen lege ich das Sprunggeschirr ab, hole bei der Anmeldung meine Bungee-Urkunde inklusive Sprungvideo und begebe mich zu meinen Freunden. Kein flaues Gefühl mehr im Magen, keine Müdigkeit, sondern ein Hochgefühl, dass man kaum beschreiben kann. Der restliche Abend verlief sehr lustig, da ich immer wieder Flashbacks hatte und am meinen geilen ersten Sprung erinnert wurde. Interessant war, dass ich in der darauf folgenden Woche ein permanentes Grinsen im Gesicht hatte und mich nichts aus der Ruhe brachte. Das war mein erster Sprung, dem noch viele folgen werden, denn das Bungee-Fieber hat mich gepackt. Leider existieren nur wenige Bilder von diesem Tag, aber schaut Euch doch den Clip an





von Wolpertinger - veröffentlicht in: Bungee-Erlebnisse
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Monday, 2. february 2009 1 02 /02 /Feb. /2009 18:03



Liebe Internet-Gemeinde!
Mein Name ist Robert  und meine Leidenschaft gilt neben meiner lieben Frau dem Bungee-Springen. Der erhöhte Puls, die -ja sagen wir mal- Beklemmung vor dem Absprung, der Sprung-das Rauschen des Windes, der Boden der immer näher kommt und dann der Rebound, der ganz saft einsetzt, dich aber doch wieder sauber in die Höhe katapultiert- das ist mein Leben! Leider erlaubt es mein Beruf nicht mehr so oft zum Bungeesprigen wie früher zu gehen, dafür werden die Bungeelocations immer traumhafter. Mein erster Sprung fand 1995 in Oberschleißheim bei München statt. Es war ein 130mtr Kran-Sprung, der mir mächtig Mut abringte und dennoch einen bleibenden Eindruck hinterließ. Ich werde später ausführlicher auf den Sprung eingehen, denn in diesem Blog werde ich vom Bungeespringen berichten, tolle Locations vorstellen und vielleicht den einen oder anderen von Euch mit dem Bungeefieber anstecken. JA es ist ein Extrem! Viele Kritiker (darunter gehören übrigens auch meine Eltern) behaupten, das Bungee-Springen ist gesundheitsschädlich und man gehe ein unkalkulierbares Risiko ein. Letzteres kann ich aus Erfahrung von vielen Sprüngen an verschiedenen Locations, überhaupt nicht bestätigen bzw. verstehen. An jedem Bungee-Set, den ich in der Vergangenheit besuchte, stand Sicherheit an erster Stelle. Das Team, die Ausrüstung, das doppelte Wiegeprozedere, das strikte Buchführen über jeden Sprung und zu guter Letzt das Bungeeseil selbst, nichts von dem hat mich jemals an der Sicherheit zweifeln lassen. Da hab ich auf der Skipiste, im Freibad/See/Meer oder im Alltag schon üblere Situationen erlebt. Die Gesundheit? Okay, gefördert wird sie vielleicht dabei nicht sonderlich. Ich für meine Person kann sagen, dass ich mich bester Gesundheit erfreue und das Leben genieße. Jeder hat ein eigenständiges Gehirn und kann somit entscheiden, was er in seiner Freizeit unternimmt. Und ich? Ja, ich will Bungee!!
Alle, die interessiert oder selbst Bungee-Springer sind,

seid gespannt auf das, was folgt.

Viele Grüße

Robert


von Wolpertinger
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